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Konzept zur Durchführung einer Rückenschule im Kindergarten

1. Einführung
Der Stellenwert einer gezielten Bewegungserziehung im Vorschulalter gewinnt immer mehr an Aktualität. Die Notwendigkeit und der unübersehbare Nutzen für das Kind werden in einer zunehmend technisierten und schnelllebigen Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Untersuchungen über Haltungsschwächen und -schäden bei Kleinkindern, sowie zunehmende Zivilisationskrankheiten weisen erschreckende Zahlen und Zuwachsraten auf. Eine sich bewegungsunfreundlich verändernde Umwelt bietet nicht mehr ausreichend Möglichkeiten und Anreize sich zu bewegen. Eine sinnvolle Bewegungserziehung muss dem entgegenwirken. Die Rückenschule im Kindergarten bietet eben diese Möglichkeit: Hinwendung zu Bewegung, Wahrnehmung und Entspannung in spielerischer und kindgerechter Form, als Basis einer gesunden Entwicklung.

2. Theoretische Grundlagen
Die Rückenschule im Kindergarten unterscheidet sich wesentlich von der Rückenschule der Erwachsenen. Kinder leben, denken, fühlen anders als Erwachsene. Sie leben in einer kindlichen Welt und müssen diese erst einmal erforschen. Dazu und für das weitere Leben will die Rückenschule im Kindergarten Hilfen geben.

2.1. Der Lebensraum des Kindes
Die Kinder in unserer Zeit finden eine völlig andere Umwelt vor, als die Kinder, die vor 30 Jahren gelebt haben. Zunehmende Motorisierung und Bebauung führen zu einem schwinden von Naturräumen, die früher als Spielplatz dienten. Das heutige Kind spielt am Computer und nicht im Wald!
Durch Tätigkeiten werden Anpassungen provoziert, durch ausbleibende Tätigkeiten bleiben auch die Anpassungen aus. Dies bedeutet, dass sich wichtige Fähigkeiten im motorischen und sozialen Bereich nicht ausreichend entwickeln können. Die äußeren Bedingungen, in denen Kinder heutzutage aufwachsen entsprechen selten den Anforderungen für eine harmonische Entwicklung.

2.2. Bewegung als Medium einer gesunden Entwicklung
Körperliche Tätigkeiten bedeuten für Kleinkinder eine Möglichkeit sich nach außen mitzuteilen. Die Erfahrung mit Objekten (Materialerfahrungen), sowie das wahr nehmen anderer Kinder dient der Exploration der Welt und der Formung der Gesamtpersönlichkeit. Bewegung ist außerdem das ideale Medium zur Schulung der Wahrnehmung (Eigenwahrnehmung, Raumwahrnehmung, Wahrnehmung der sozialen Umwelt. Bei Kleinkindern ist die Verbindung Körper-Geist sehr eng, Bewegung vermag beides harmonisch zu entwickeln.

2.3. Warum Rückenschule schon im Kindergarten?
Bewegung ist eine Voraussetzung einer natürlichen Organentwicklung, gleiches gilt für eine gesunde Körperhaltung. Im Vorschulbereich werden grundlegende Erfahrungen gesammelt, die entweder mit positiven oder negativen Emotionen belegt werden. Diese Grunderfahrungen aus dem Bewegungsbereich haben Auswirkungen darauf, ob es zu einer lebenslangen Motivation zu Bewegung kommt oder nicht. Gleiches gilt für rückenfreundliche, freudbetonte Bewegungen und Verhaltensweisen. Diese werden in der Rückenschule für Kinder mit positiven Emotionen verbunden und im Rahmen von Spielen oder freudbetonter Bewegung angeboten.

2.4. Vielseitigkeit
Alle Bewegungsformen werden in der Auseinandersetzung mit der Umwelt erworben. Je vielgestaltiger diese Umweltreize, desto schneller vollzieht sich die Beewegungsentwicklung und alle damit verbundenen Entwicklungsprozesse.  Die Ausbildung der Vielseitigkeit muss im motorischen Bereich im Vordergrund stehen.
Die Analyse der alterstypischen Entwicklung von zugrunde liegenden Steuer- und Regelungsmechanismen der Sensomotorik, deuten eindeutig darauf hin, dass das Vorschulalter den idealen Zeitpunkt zur Schulung koordinativer Fähigkeiten darstellt. Ein in dieser Phase erworbener Vorsprung an koordinativen Fähigkeiten ist ein Vorsprung in allen Entwicklungsbereichen des späteren Lebens. Diese Fähigkeiten zeigen sich nach außen in den Fähigkeiten Bewegung zu steuern, im Raum zu orientieren und angepasst agieren und reagieren zu können.
Diese grundlegenden Fähigkeiten müssen häufig und variantenreich angesprochen werden, um sie zu entwickeln.

2.5. Erwachsene als Vorbild?
Die Erwachsenen sind die Hauptverantwortlichen der Erziehung. Dieser Aufgabe erstreckt sich auch auf den Bereich der Bewegungserziehung. Dieses Bewusstsein muss den Eltern verstärkt näher gebracht werden. Ungesunde Gewohnheiten der Eltern werden oft unreflektiert von den Kindern übernommen. Das Lernen durch Imitation spielt hier eine wichtige Rolle. Eltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein.

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